6. Tagesetappe von Iseo nach Lecco

6. Tagesetappe von Iseo nach Lecco

Bei trübem Wetter in Iseo losgefahren und trocken in Bergamo angekommen. Komplett verbaselt, dass Bergamo wohl eine sehr schöne historische Oberstadt hat.

Auf meiner Weiterfahrt in Richtung Lecco am Comer See begann es noch in den Außenbezirken von Bergamo in Strömen zu regnen. Kam gerade noch in einer Tanke mit angeschlossenem Restaurant trocken unter.

Nach dem Essen bat ich die nette Kellnerin, bitte ein großes Taxi – weil Fahrradtransport – zum Bahnhof zu bestellen. Dies ließ sich nicht auftreiben, worauf sie bei den mittlerweile anwesenden Gästen nachfrug. Und tatsächlich fuhr mich einer der Gäste kurz darauf zum Bahnhof und wollte auch mein Geld dafür nicht annehmen.

Ich bedankte mich herzlich und saß 20 Minuten später im Regionalzug nach Lecco. Der Comersee machte gleich einen einladenden und ansprechenden Eindruck. Der im Hotel ausliegende Reiseführer wurde ausgiebig studiert und die Route für morgen ausgearbeitet. Das Wetter sieht auch wieder besser aus.

7. Tagesetappe – Lecco mio

7. Tagesetappe – Lecco mio

Da ich mir alle Möglichkeiten offen halte wollte, nahm ich meinen Rucksack mit. Es wurden dann rund um den Comer See doch 160 km und 900 HM und endete doch wieder in Lecco.

Schon während des Tages gestern spürte ich, genug Seen gesehen zu haben und auch ausreichend Kilometer gefahren zu sein. Ich hatte kein konkretes Ziel, sondern vor der Tour für mich Möglichkeiten beschrieben. Während der Tour waren jetzt Veränderungen eingetreten, auf die ich morgen früh reagieren werde.

Eventuell setze ich mich dann in den Zug bis zum Brenner, um von dort Richtung Rosenheim mich weiter zu bewegen.

Dieses Jahr ist es anders – ich kann mir gut vorstellen, hier noch einmal her zu kommen und weitere Seen zu sehen.

Heute waren es im Übrigen der Lago di Mezzola Norden des Comer Sees, der Lago di Pusiano und der Lago di Annone südlich des Comer Sees, an denen ich auf der Rückfahrt von Como nach Lecco vorbeikam.

Abends mir auf dem Marktplatz mit Musik ein opulentes Mal gegönnt, auch um den Speicher wieder aufzufüllen.

8. Tagesetappe – Heimkehr

8. Tagesetappe – Heimkehr

Sehr früh mich in den Zug gesetzt und über Mailand am Gardasee vorbei nach Verona gefahren. Dort hatte ich kurz Aufenthalt und radelte in die Altstadt hinein. Dann ging es weiter mit dem Zug bis auf den Brenner, den ich dann, wieder auf dem Fahrrad, mit vollem Speed nach Innsbruck hinunter raste. In Innsbruck wieder der Zug bis Kufstein und von dort noch einmal mit dem Rad bis nach Rosenheim zu meinem Auto geradelt. Ein letztes Gewitter zeigte die aktuelle Wettersituation noch einmal deutlich auf. Es war mit ein Grund, etwas eher zurück zu fahren: auf nasse und kühle Tage in einem Hotel zu sitzen hatte ich keine Lust.

Bin dankbar dafür, dass ich gesund und wohlbehalten wieder zurück bin. Die Schmerzen des letzten Jahres in der Leistengegend sind zum Glück ausgeblieben – allerdings gab es bei den Passfahrten aufgrund des Gewichtes des Rucksackes andere Schmerzen im Lendenwirbelbereich, die mich schon sehr quälten.

Das Fahrrad hat gut durchgehalten – kein Platten, kein Speichenbruch. Nur einmal das Lager des Vorderrades nachziehen müssen.

Die einmal angedachte Strecke habe ich nicht ansatzweise erradeln können – da habe ich mich wohl überschätzt und die Entfernungen unterschätzt. Es wäre bei stabiler Wetterlage bestimmt mehr möglich gewesen, aber es hätte die Gefahr bestanden, dass ich nur noch an den Seen vorbeigeradelt wäre und die Schönheit nicht mehr wahr genommen hätte. Also bin ich´s zufrieden und habe ja hoffentlich in den nächsten Jahren weitere Möglichkeiten.

1.  Tagesetappe von Nago/Torbole nach Mantua

1. Tagesetappe von Nago/Torbole nach Mantua

Als ich um 16.45 Uhr Torbole auf dem Rennrad verlassen hatte, war mein Auto in einem Hotel in der Tiefgarage geparkt, Birgit von der Rezeption hatte mir noch einen Apfelstrudel und einen Capuccino offeriert und alles war gut.
Bei bestem Fahrradwetter, 16 – 20 Grad und bedeckt, waren die ersten 100 km in 3,5 Stunde“erfahren“ – allerdings mit ein wenig Rückenschmerzen wegen des ungewohnten 7 kg Rucksack.
Im Hôtel Italia in Mantua eingecheckt und in einer tollen Pizzeria hervorragend gespeist – da war es schon: das Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein. Das anschließende Schlendern durch die um 23.00 Uhr noch sehr lebendige Stadt intensivierte meine Gefühlslage.
Jetzt hoffe ich, dass das Wetter stabil bleibt – bei Regen macht Fahrradfahren wahrlich keinen Spass.
Morgen ist Ferrara geplant – schaun wir mal.
Der erste Tag war fast schon zu perfekt!

2. Tagesetappe von Mantua nach Ferrara

2. Tagesetappe von Mantua nach Ferrara

Heute ist in Italien Feiertag,genauso wie in Deutschland. Das habe ich auf den Straßen deutlich gespürt: es gab wenig Verkehr. Nach circa 30 km sah ich den Hinweis auf einen Fahrradweg: es war ein Damm direkt neben dem Po, der oben auf seinem Damm betoniert ist. Dort hatte ich immer wieder beeindruckende Ansichten dieses größten italienischen Flusses. Apropos Po und Schmerzen: die heutige Etappe in das wunderschöne Ferrara war geprägt von 2 Dingen: Einem starken, durchgängigen Gegenwind, der mich so demoralisierte, dass ich mir in Ferrara ein Hôtel suchte. Starken Sitzschmerzen, die ich auf dem Druck des 7 kg schweren Rucksacks zurück führe.

Kaum hatte ich mich für das Hôtel entschieden, gab es einen Platzregen: alles richtig gemacht.

Auch jetzt gegen 20.00 Uhr habe ich immer noch keinen Hunger, da eine riesige Portion Spaghetti und eine Nachspeise (um 13.00 Uhr eingenommen) immer noch vorhalten.

Draußen regnet es – hoffentlich nicht morgen früh. Allerdings kündigt die Wetterapp genau das an.

Fazit für heute: Traumerfüllung ohne Anstrengung, Schmerz und Disziplin nicht möglich. Und trotzdem: WO ICH BIN WILL ICH SEIN!

3. Tagesetappe von Ferrara nach Cesenatico

3. Tagesetappe von Ferrara nach Cesenatico

Dritte Tagesetappe von Ferrara nach Cesenatico

Sensationelle Etappe über 110 km, davon waren 80 km bei Dauerregen.
Nach 60 km stellte ich mir die Frage,warum ich mir das eigentlich antue bei diesem Wetter. Ich hatte doch Italien ausgewählt mit Sonne und Wärme.

Also sprach mein innerer Schweinehund: du fährst jetzt hier von der Super Strada 16 ab, suchst Dir in Ravenna ein Hôtel und lässt die Beine baumeln.

Doch da war er an den Falschen geraten: mein Widerspruchsgeist war geweckt und ich entschied, weiter in Richtung Rimini zu fahren.

Und ab diesem Moment, als ich meine Entscheidung getroffen hatte, lief ich zur Höchstform auf. Der Wind, gestern noch mein größter Feind, wurde jetzt zu meinem besten Freund.
Trotz strömenden Regen und viel LKW und PKW Verkehr, pendelte der Tacho immer zwischen 33 und 40 km Geschwindigkeit.

Adrenalin und Endorphine ließen mich nur noch selten den Rucksack spüren: ich war im Flow – selbsterzeugt durch meine Entscheidung.

Und ist es im richtigen Leben nicht ebenso: wir diskutieren mit uns selbst, stellen das, was wir ja „eigentlich“ mal wollten infrage und schieben Entscheidungen mit vielen „guten, rationalen Gründen“ immer wieder auf.

Einstein sagte:
Die reinste Form des Wahnsinns ist es alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.

In einem Hôtel (Familienbetrieb) wird meine Dreckwäsche gewaschen, ich trank schon mit einem fetten Grinsen über den gelungenen Tag ein kühles Bier und werde jetzt noch mein Fahrrad reinigen.